Abschrift aus Romanshorn Tagblatt, Dienstag, 28. August 2007

Um den Hals gefallen

Shanty-Festival in Romanshorn - eine Bilanz mit Rolf Jenny und Hansueli Erb

Viele Besucher am Nachmittag und 1300 Gäste am Abend im Festzelt - das Shanty-Festival wurde zu einem Erfolg. Rolf Jenny und Hansueli Erb über Reaktionen von Publikum und Chören sowie eine denkbare Neuauflage.


DANIEL WALT


Montagmorgen, Seeparkwiese Romanshorn: RolfJenny, OK-Präsident des Shanty-Festivals, und sein Stellvertreter Hansueli Erb helfen beim Abbruch der Infrastruktur mit. «Am Abend werden wir dann noch bei einem Bierchen in unserem Clublokal sitzen, und am Dienstag tauschen wir das Handwerk wieder mit der Arbeit am Büropult» lacht Rolf Jenny.

Kurze Nächte

«Kurz und bündig, im Schnitt etwa fünf bis sechs Stunden pro Nacht», - das antwortet Rolf Jenny auf die Frage, wie viel er in den letzten Tagen geschlafen habe. Ähnlich verhält es sich bei Hansueli Erb. Der Aufwand, den die Mitglieder der Singing Sailors' Crew für den Anlass getrieben haben, hat sich aber gelohnt: «Es war ein Supererlebnis», sagt Hansueli Erb, und auch Rolf Jenny freut sich übers Gelingen: «Es gab überraschend viel gutes Echo von den Besuchern - viele wissen jetzt endlich, was Shanties sind.» Das OK war derart erleichtert, «dass wir uns am Samstagabend aus lauter Freude um den Hals fielen», erzählt Rolf Jenny.

Gut besucht, aber kein Gedränge

Wie viele Besucher fanden am Nachmittag den Weg auf die Seeparkwiese? RoIf Jenny lässt sich auf keine konkrete Schätzung ein - die Anzahl verkaufter Pins, die als Indikator dienen könnte, ist noch nicht ermittelt. Hansueli Erb stellt fest: «Es hatte schön Leute, aber es herrschte kein Gedränge.» Die Mehrheit der Besucher hat laut RoIf Jenny wohl einen Bezug zum Wassersport, aber auch gewöhnliche Leute seien ans Festival gekommen, zumal er mitunter folgenden Satz gehört habe: «Ich wusste voher gar nicht, was Shanties wirklich sind.»

Das Zelt vergrössert

Lässt sich über die Anzahl Besucher am Nachmittag nur mutmassen, kann jene bei der offiziellen Gala am Abend dafür umso präziser beziffert werden: «Wir haben genau 1304 Tickets abgesetzt» sagt RoIf Jenny. Damit war das Festzelt voll. Bereits der Vorverkauf war derart gut gelaufen, dass die Organisatoren rund zwei Wochen vor dem Anlass beschlossen, das Zelt um fünf Meter zu vergrössen - ebenfalls ein Grund für viel Freude bei der Singing Sailors' Crew. Dies, zumal der organisatorische Aufwand für das Festival mit 20 Gastchören gross war. Insbesondere hohe logistische Anforderungen wurden ans OK gestellt: «Die ausländischen Chöre mussten an den Flughäfen Zürich und Friedrichshafen abgeholt werden», führt Rolf Jenny aus. Pro Chor sei ein Betreuer abgestellt worden. Untergebracht wurden die Chöre in einem geographischen Raum, der von Horn bis Bischofszell und Güttingen reicht -«dadurch, dass es in Romanshorn nicht sehr viele Unterkunftsmöglichkeiten gibt, hatten wir schon früh mit provisorischen Reservationen begonnen», so Jenny. Gut organisiert werden musste unter der Leitung von Martin Lanz auch der Shuttlebetrieb, mit dem die Chöre von ihren Unterkünften zu den Auftritten und wieder zurück gebracht wurden.


Sicher kein Defizit

«Unser Ziel war es, dieses Festival mit plus/minus null abzuschliessen», hält Rolf Jenny zu den Finanzen fest. Dass es kein Defizit gibt. ist aufgrund des vollen Zeltes bei der Gala bereits sicher. «Ebenso sicher ist, aber auch, dass wir nicht gross werden mit Geld um uns werfen können», so Jenny. (dwa)


«Gemeinsamer Geist»

Was wird Rolf Jenny und Hansueli Erb vom Fest zum 20-Jahr-Jubiläum der Singing Sailors' Crew besonders in Erinnerung bleiben? «Das Zusammentreffen mit international bekannten Grössen und den Schweizer Chören - innert kurzerZeii ist ein gemeinsamer Geist entstanden, der uns getragen hat», antwortet Rolf Jenny. Hansueli Erb zeigt sich besonders beeindruckt vom ersten Zusammentreffen mit Tom Lewis, einer Shanty-Grösse aus Kanada. Froh seien sie auch, dass es keine Betrunkenen, keine Schlägereien und keine Unfälle gegeben habe. Auf die Frage, ob eine Neuauflage dieses Anlasses möglich ist, lacht Rolf Jenny: «Es gab schon Stimmen, die sagten: 'Also dann, bis in drei Jahren!'» Zuerst wolle die Singing Sailors' Crew jetzt aberauf dieser Wolke schweben und den Anlass Revue passieren lassen.

Bilder des Anlasses sind auf www.seafolksong.ch aufgeschaltet

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